Musikverein Harmonie und Gesangverein Concordia geben Adventskonzert in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena

 

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) Einfühlsame Balladen, historische Adventsliteratur und swingende Wintermärchen: mit einem entspannenden Cocktail aus vorweihnachtlichen Melodien punkteten der Musikverein Harmonie und der Gesangverein Concordia beim Publikum in der Kirche St. Maria Magdalena. Deren Akustik trug ein Übriges zum Gelingen des Nachmittags bei. Lob gab es für die Programmauswahl der beiden Dirigenten Stefan Spielberger und Andreas Schmidt. Vom spontanen „toll“ bis zum fachlichen „eine konzentrierte und disziplinierte Interpretation von Chor- und Instrumentalliteratur“ war viel positive Resonanz zu hören.

 

Mit der Queens Park Melody startete die Harmonie einen Mix aus Fanfarenklängen und swingenden Rhythmen, in die sich immer wieder Barockelemente mischten. Trotz verjüngtem Melodieregister bewies das Orchester routinierte Klasse, eine ständig wechselnde Melodienführung und die Soli der Trompeten setzen das Werk gekonnt um. Als klassisches Lied in neuem Arrangement entsprach das Venite Adoremus nicht ganz dem typischen Weihnachtszyklus, doch mittels ausdrucksstarker und ruhiger Kontraste charakterisierten die Blechbläser einfühlsam den Weg der Hirten in der heiligen Nacht.  Es folgte ein exzellentes und für den Verein bis dato ungewöhnliches  Instrumentensolo, denn Michael Dönges stellte mit dem Stück Facedown sein Euphonium ins Rampenlicht. Virtuosität und rhythmische Passagen, sängerische Melodien in moderner Stilistik und vollem Klang waren zu hören, nahezu alle Facetten des Instruments kamen zur Geltung.

 

Passend zur Weihnachtsgeschichte von Antonia Finkeldey folgten besinnliche Passagen der Concordia, es standen zunächst traditionelle Weihnachtslieder aus dem 16. Und 17. Jahrhundert aus den unterschiedlichsten europäischen Winkeln auf dem Programm. Ob nun altehrwürdig aus England beim O Bethlehem, Melodien aus dem verschneiten Südböhmen oder der „Botschaft der Engel“ im italienischen Wiegenrhythmus: Die Stücke wurden  in ihrer Schlichtheit geschmackvoll interpretiert und fügten sich harmonisch ins Klangbild des Chores ein.

 

In ungewöhnlicher Formation verkündeten die Sänger nun das Weihnachtsevangelium. In einer Reihe vor dem Altarraum positioniert, akzentuierten sie den rezitativen und festlichen Charakter der „Frohen Botschaft“ punktgenau. Dabei entwickelte sich ein klangvolles Zwiegespräch der handelnden Sopran- und Alttonlagen mit den tiefen Männerstimmen in der Erzählerrolle. Sauber und klar intonierte der Chor das meditative Element des Andachtsjodlers, dessen gleichmäßigen Wiederholungen der Gesang eine eigene Andächtigkeit verlieh. Man hörte viel Ausdruckstiefe mit einem prägnanten Leitmotiv und stimmlicher Qualität.

In Mood Romantic sprach die Harmonie die romantische Seele der Zuhörer an, um dann für exotische Klänge im Kirchenschiff zu sorgen. In den fünfziger Jahren machte Harry Belafonte den Calypso-Sound der Karibik in Europa populär. Marys Boy Child brachte karibisches Flair ins Kirchenschiff, was viel Rhythmik in allen Registern gepaart mit einem Schuss Melancholie besagt. Der fetzige Ausflug ins "Winter Wonderland" über den großen Teich nach Kanada und die USA  peppte das Konzert mit Slow-Fox und Swing-Tempi auf. Bei einer lustigen Schlittenfahrt hörte man zudem stilgerecht die Glöckchen der Pferde in reizvoller Schnee- und Eis-Atmosphäre.

Mit dem Wunsch nach "Frohen Weihnachten" verabschiedete die Concordia das Publikum, das den einen oder anderen Konzerteindruck bei Kaffee und Kuchen oder einem Glas Glühwein nochmals reflektieren konnte.

 



 

Festliche Fanfaren, romantische Balladen, peppige Potpourris: Der Musikverein Harmonie zeigte viele Facetten der Weihnachtsliteratur

 

Lob gab es für die Concordia: Unter Dirigent Stefan Spielberger war den Akteuren der Spaß am Singen anzumerken

 

Fotos: Holger Hachenburger


Vorweihnachtlicher Cocktail aus lauten und leisen Tönen  -  WZ vom 16.12.2010